Mittwoch, 3. Juni 2009


Du und ich. Wir sind eins.

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Samstag, 30. Mai 2009


es geht weiter

inmitten der nacht, der klaren, mondbeschienenen nacht voller stille ist kein nichts zu hören.

sie liegt da, stumm, reglos. fast so, als sei sie tot.
so gelähmt und taub sich ihr Körper anfühlt, so wach und angespannt sind ihre sinne.
ganz genau weiss sie, dass er kommen wird, der zug.
sie nimmt schon die vibration mit all ihren nerven wahr, das erbeben, das sein ankommen ankündigt auf den gleisen, zwischen denen sie liegt, lange bevor sie ihn hören oder gar sehen kann.

anscheinend nichts hält sie an diesem ort, keine gurte, keine ketten, keine sehnsucht und dennoch kann sie sich nicht rühren.
all ihre gliedmassen hören nicht auf sie.
unsagbare angst wallt in ihr auf mit jeder sekunde, die verstreicht, mit jedem meter,
den sich der Zug nähert.
das erbeben der schienen wird immer stärker, sie kann ihn hören, deutlich. klar.
eine gewaltige panik durchzuckt sie wie ein eisiger luftzug.

dann ist er da.

erst sieht sie nur vage seine umrisse, sie hört das erbarmungslose rattern und stampfen, das immer lauter wird und immer näher kommt. auf dieser welt gibt es nur noch diesen riesigen, rasendschnellen zug und sie selbst, wie dort reglos zwischen den schienen im gleisbett liegt

bremsen quitschen, metall kreischt auf metall.
zu spät.

der zug erfasst sie.



genau wie ein bremsender zug habe ihr schreien geklungen, sagt jener am folgenden tag, der sie in der nacht, nach ihrem erwachen behütend getröstet hatte.

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Freitag, 29. Mai 2009


was wohl Gott fühlt

wollen wir ihn fragen ?

Das Zimmer sieht so leer aus
wo sind die Zuhörer hin?

Sie sind draußen und staunen
sie schauen atemlos

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Es geht weiter. Dennoch.

Drei Federn hat Olint; die eine gab ein Engel
Aus einem Fittich ihm; mit dieser schreibt er Mängel
Der Menschen in Gelassenheit.

Die zweite Feder war in eines Adlers Flügel
Schwungfeder. Diese hält kein Zügel;
Mit ihr schreibt er in Groll die Mängel seiner Zeit.

Aus eines Amors leichten Schwingen
Zog er die dritte; die
Gebraucht er, Herzen zu bezwingen,
Und schreibt mir ihr an Sie:
»Bis in die Ewigkeit wird mein’s getreu verbleiben!«

Möcht’ er mit dieser Alles schreiben!

(Johann Wilhelm Ludwig Gleim, 1802)


Schreiben. Dürfen und können. Nicht nur Mängel und Groll beschreiben, nicht nur in Liebe schreiben oder Hass, sondern auch in Gleichmut, in Zorn, in fantastischen Träumen, in Lust und Gier, in Wirrnis und Irrnis. Grenzenlos schreiben. Dürfen und können. Alles.

Dieses hier ist der Versuch einer Schreibwerkstatt. Schreiben, wie man mag und über was man mag. Einfach drauflos schreiben. Dürfen und können. Alles schreiben dürfen.

Es steht jedem Schreiber frei, sich zu erkennen zu geben. Es kann unter einem eigenen vorhandenen Bloggernamen geschrieben werden, oder aber anonym.

Anonymes einloggen:
Benutzername: dreifedern
Passwort: die3federn

Vollkommen grenzenlos sind wir hier jedoch auch nicht: es gelten die allgemeinen » Regeln.


Ich behalte mir das Recht vor, Spam und unter die Gürtellinie zielende Äußerungen zu entfernen.




Die ehemalige Idee, einen monatlichen Satzbeginn zu stellen und über die eingereichten Geschichten am Monatsende abzustimmen, hat sich nicht dauerhaft durchgesetzt. Nach einem munteren Start und vielen Stories schleppten wir hier uns monatelang dahin, wenn es überhaupt etwas zu schleppen gab. Zeitmangel aufseiten der Betreiber der Seite, Zeitmangel aufseiten der Schreiber ... mehrere Versuche, die Fahnen dennoch hoch zu halten, endeten mit müden Armen und mottenzerfressenem Wimpel. Man hat sich mit genügend Mühsal herum zu plagen, ein mühselige Schreibwerkstatt soll und muss sich niemand antun, ich eingeschlossen, auch wenn dieses hier mein "Baby" war und noch immer ist.

Ich, wir, geben auf. Aber:

Die Schreibwerkstatt wird jedoch auch weiterhin geöffnet sein.

Wer braucht denn schon einen Satzbeginn oder eine Abstimmung, wenn ihm nach Schreiben ist? Eben. :)))




Ich danke allen treuen (und auch den untreuen:))) Schreibern und hoffe, wünsche mir, dass unsere (denn das ist sie, unsere Schreibwerkstatt, nicht gänzlich untergeht und in Vergessenheit gerät.

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